Intendanz

Anna Sushon // Künstlerische Leitung

Anna Sushon ist eine international tätige Dirigentin, Korrepetitorin und Studienleiterin, deren Arbeit seit vielen Jahren von Neugier, Präzision und musikalischem Feingefühl geprägt ist. Geboren im russischen Nowosibirsk, erhielt sie am dortigen Licee zunächst eine fundierte Ausbildung in Klavier und Musikgeschichte, bevor sie nach ihrer Emigration 1991 ihr Dirigierstudium in Israel fortsetzte. Schon früh sammelte sie Erfahrungen als Chorleiterin und wirkte an Uraufführungen junger Komponist*innen mit, wodurch sie ihre Leidenschaft für zeitgenössische Musik entdeckte und vertiefte.

Seit 1996 lebt Anna Sushon in Wien, wo sie ihre Studien an der Universität für Musik und darstellende Kunst vervollständigte. Seit 1998 ist sie als selbstständige Korrepetitorin und Studienleiterin tätig, unter anderem an der Neuen Oper Wien. In dieser Zeit etablierte sie sich als Dirigentin und musikalische Assistentin und wirkte an mehr als 150 Produktionen im deutschsprachigen und europäischen Raum mit. Engagements führten sie unter anderem an die Wiener Staatsoper, das MusikTheater an der Wien, die Wiener Kammeroper, zu den Bregenzer Festspielen, nach Grafenegg und zum Carinthischen Sommer sowie zu den Wiener Festwochen und in den Wiener Musikverein. Als Liedbegleiterin trat sie neben Wien in Städten wie Madrid, Jerusalem, New York, Moskau, Berlin und Tel Aviv auf. Konzerte dirigierte sie in den USA und Israel, Opernaufführungen leitete sie in Wien, Erfurt, Salzburg, Zagreb und Stockholm. Ihr Repertoire umfasst Werke aller Stilepochen, von klassischen Opernwerken bis zu zeitgenössischen Neuproduktionen. Ihre Arbeit ist stets geprägt von einem feinen Gespür für musikalische Details und die Dynamik der Bühne.

Neben ihrer praktischen Arbeit engagiert sich Anna Sushon in der Ausbildung junger Sänger*innen. Als Senior Artist im Masterstudiengang Performance Practice in Contemporary Music an der Kunstuniversität Graz begleitet sie Studierende in der Interpretation neuer Werke und gibt ihre Erfahrung und ihre Leidenschaft für zeitgenössische Musik weiter. Ihre Arbeit zeichnet sich durch Musikalität, Präzision und die Fähigkeit aus, Musiker*innen in ihrer individuellen Stimme zu stärken.

Alexander Kaimbacher // Kaufmännische Leitung

Alexander Kaimbacher gehört zu den profiliertesten österreichischen Tenören seiner Generation. Geboren in Villach, verband er früh Gesang, Schauspiel sowie Theater- und Musikwissenschaften in seiner Ausbildung, um die Verbindung von Stimme, Rolle und Text möglichst umfassend zu verstehen. Sein Debüt bei der Neuen Oper Wien 1999 markierte den Beginn einer vielseitigen Karriere, die ihn als Opern-, Konzert- und Liedsänger auf viele der bedeutendsten Bühnen Europas führte.

Seine Interpretationen zeichnen sich durch Präzision, Ausdruckskraft und ein sensibles Verständnis für Text und Musik aus. Das Repertoire reicht von klassischen Partien über Opern des 20. Jahrhunderts bis hin zu Uraufführungen zeitgenössischer Werke. Als Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper und der Bayerischen Staatsoper wirkte er in zahlreichen bedeutenden Produktionen mit und gestaltete zentrale Rollen aus Oper, Operette und Konzertliteratur – von Mozart-Partien wie Tamino (Die Zauberflöte) über Charakterrollen in Bergs Wozzeck bis hin zu komplexen zeitgenössischen Partien. International führten ihn Engagements unter anderem an das Opernhaus Zürich, zu den Bregenzer Festspielen, an die Komische Oper Berlin sowie zu Gastspielen nach Hamburg, Köln und Paris. Besonders akklamiert war seine Interpretation des Aschenbach in Brittens Death in Venice oder seine Darstellung des Hiob in Langs gleichnamiger Oper, 2024 mit dem Österreichischen Musiktheaterpreis ausgezeichnet.

Neben der Bühne ist Kaimbacher als Pädagoge tätig. Er unterrichtet an der Opernschule der Wiener Staatsoper und ist Professor für Gesang an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz. Seit 2026 leitet er gemeinsam mit Anna Sushon die Neue Oper Wien. Mit seiner Erfahrung, seinem feinen Gespür für neue Musik und seinem Engagement für künstlerische Entwicklung trägt er dazu bei, die Institution weiterzuentwickeln und den Platz der zeitgenössischen Oper in Wien zu stärken.