Besetzung & Info

Staatsoperette

– Die Austrotragödie

in 2 Akten, eine Bearbeitung der Staatsoperette von Franz Novotny und Otto M. Zykan (1977) durch Michael Mautner und Irene Suchy (2015)

Uraufführung

Termine Wien 13., 16., 17. & 18. September 2016, Wien

Beginn jeweils 19:00 Uhr

Einführung jeweils 18:20 Uhr

Abo & Karteninformation hier

Dauer ca. 1 3/4 Stunden

Termine Bregenz 2. & 4. August 2016, Bregenzer Festspiele, Werkstattbühne

Beginn jeweils 20:00 Uhr

Einführung jeweils 19:15 Uhr (Eintritt frei)

Infos hier

Die Zwischenkriegszeit und der Austrofaschismus gehören immer noch zu einer historischen Epoche der österreichischen Politik, die nicht restlos aufgearbeitet wurde. 1977 thematisierte der Film „Die Staatsoperette“ von Otto M. Zykan und Regisseur Franz Novotny Fragen zu jener Zeit auf zynische und provokative Weise. Der Film verursachte einen heftigen Skandal und wurde 1977 nur einmal ausgestrahlt. Otto M. Zykan, der Komponist, plante bereits damals eine Bühnenfassung, diese konnte jedoch nie fertiggestellt oder szenisch aufgeführt werden. Das Fragment erfuhr nun von Irene Suchy und Komponist Michael Mautner einer Überarbeitung aus der eine aufführungsfähige Bühnenfassung entstand.

Die Darstellung der politischen Akteure mittels Puppen verdeutlicht die Austauschbarkeit in jede historische Epoche und zeigt somit auch, dass die Macht von politischen Interessen und jener diverser Lobbys, die Welt der Politik auch heute immer noch beherrschen. Der Puppenkünstler Nikolaus Habjan führt die Sänger der Führungspersönlichkeiten in seine Kunst ein.

Besetzung: Barbara Pöltl, Die Rechte Laura Schneiderhan, Die Linke Camillo dell’Antonio, Seipl Hagen Matzeit, Hitler & Dollfuß Marco Di Sapia, Rintelen, Pfrimer, Bauer Gernot Heinrich, Mussolini & Fürst Starhemberg Dieter Kschwendt-Michel, Schuschnigg Stephan Rehm, Kommentator Thomas Weinhappel, Polizeipräsident & Wallisch

Musikalische Leitung Walter Kobéra / Regie Simon Meusburger / Bühne & Kostüme Nikolaus Webern / Lichtdesign Norbert Chmel / Chorleitung Michael Grohotolsky / Puppenbau- & coaching Nikolaus Habjan / Video Tina Lanner

Wiener Kammerchor

amadeus ensemble-wien

Eigenverlag Irene Suchy

Koproduktion mit den Bregenzer Festspielen

Kritiken

Das szenische Geschehen wächst über sich selbst hinaus

Nikolaus Habjans Puppen, bedient von den Sängern der jeweiligen Rollen, vollbringen die Paradoxie und reißen den historischen Figuren alle Masken herunter, die sie auf alten Fotos und in Filmaufnahmen noch tragen mögen. Wenn Kanzler und Diktatoren sich in bleichen, reptiliengleichen Klappmaulgesichtern verdoppeln, konzentrieren und offenbaren, wächst das szenische Geschehen über sich selbst hinaus – und wirklich unheimlich. (…) Zusammen mit dem Ensemble legt sich der Wiener Kammerchor voll ins Zeug, und dass man im manchmal bunten Zuckerguss der Musik immer auch noch die starke Prise Zykan’schen Pfeffers herausschmeckt, dafür sorgt Walter Kobéra am Pult des Amadeus-Ensembles. – Die Presse, Walter Weidringer

Hochambitioniert

Das Ensemble Amadeus unter Kobéra lässt an Klarheit und Schärfe nichts zu wünschen übrig, hochambitioniert agieren alle Sängerinnen und Sänger. – Der Standard, Daniel Ender

Großer Applaus

Der einst skandalisierte Film hat auf die Bühne gefunden, würde bei den Bregenzer Festspielen mit Sicherheit mehr Publikum erreichen als in zwei Aufführungen auf der Werkstattbühne Platz finden und wird an der Neuen Oper in Wien weitergespielt. (…) Die Rollen sind mehrfach besetzt, Camille dell’Antonio, Marco Di Sepia, Gernot Heinrich oder Hagen Matzeit bieten treffliche Figuren, die sehr genau agierend stets an der Grenze zur Karikatur bleiben. Barbara Pöltl und Laura Schneiderhan, die beiden, stimmlich wie schauspielerisch versierten Frauen als kommentierende Linke und Rechte schließt das Premierenpublikum ebenso in den großen Applaus mit ein wie das gesamte Ensemble, das Leading Team und vor allem auch Nikolaus Habjan, der gemeinsam mit Simon Meusburger Produktionen zur Zeitgeschichte kreierte und für diese „Staatsoperette“ etwa für Mussolini, Hitler, Seipel, Dollfuß und Schuschnigg Puppen schuf, die der Handlung gewissermaßen ein Allgemeingültigkeit verleihen.“ – Vorarlberger Nachrichten, Christa Dietrich