Programm

Der Reigen

Musiktheater für fünf Stimmen und 23 Instrumente,

Eine spannungsgeladene, an Klangfarben reiche Musik, eine schlüssige und fantasievolle Inszenierung und ein makelloses Ensemble – besser kann eine Erstaufführung wohl nicht ausfallen. Arthur Schnitzlers einst skandalumwittertes Drama Reigen wird als Musiktheater von Bernhard Lang zu einem weiteren Glanzlicht der Bregenzer Festspiele.

Orf.at, Ingrid Bertel

Die Personenführung von Alexandra Liedtke ist vor allem hoch musikalisch. Die fünf Sängerinnen und Sänger in wechselnden Rollen verkörpern den ungeheuer variantenreichen Sprachrhythmus dieser Musik mit einer geradezu unheimlichen Choreografie. Hier tanzt alles: die Musik, das Bild, die Körper und ihre Emotionen. Und die Inszenierung hat einen weiteren großen Vorzug: sie ist witzig, bei aller Boshaftigkeit dieses Liebeskarussells. Das passt ganz wunderbar zu Langs wimmernder Brüchigkeit der Synthesizer-Klänge. Das Amadeus Ensemble aus Wien unter der Leitung von Walter Kobéra, spielt geradezu symbiotisch. Hier klingt die Sprache in den Instrumenten und ihre melodischen Wendungen wechseln fließend zwischen Bühne und Ensemble im Vordergrund. 

SWR 2, Bernd Künzig

Ein Kompliment an dieser Stelle an Walter Kobéra und das Amadeus Ensemble Wien, die mit äußerster Präzision die Herausforderung, die Lang ihnen stellte, angenommen und in Musik umgesetzt haben. Dasselbe Lob gilt dem Solistenquintett. Anita Giovanna Rosati (Sopran), Barbara Pöltl (Mezzo), Alexander Kaimbacher (Tenor), Marco Di Sapia (Bariton) und Thomas Lichtenecker (Countertenor) zeigen die Welt zwischen Sein und Schein einfach nur mit Bravour. […] Überhaupt, lässt man die musikalische Komponente einmal beiseite, so zeigt der Bregenzer „Reigen“ eine geschickt durchkomponierte Regie. Dafür zeichnet Alexandra Liedtke verantwortlich. Mehrdeutig-schön und irritierend sind die Bilder, die sie da ins Geschehen einstreut.

Vorarlberger Nachrichten, Veronika Fehle