Programm

Julie und Jean

Ein Match in 12 Runden

Walter Kobéra und das Amadeus-Ensemble Wien setzen die prallvolle Partitur vom laschen Beginn abgesehen, beeidruckend um. Beeindruckend auch die Leistung der beiden Solisten (...) Carlos Wagner ersetzt Pammer und Eröd in den Traumszenen zum Teil durch Tänzer (Pamina Milewska, will Lopes). Aus einem Loch im eingezogenen schwarzen Plafond fallen zwei Stoffbahnen wasserfallartig zu Boden: vertikale Wege vom Unbewussten zum Bewussten, die von den Tänzern in beide RIchtungen benützt werden (Bühne: Andrea Cozzi). Beifall für einen spannenden Abend, einen K.o. hätte sich am Ende legiglich Strindberg vedient.

Der Standard, Daniel Ender

Die Neue Oper Wien hat "Julie & Jean" ins Wiener Semperdepot zurücgeholt, den Ort der posthumen Uraufführung 2003, in dem nun Walter Kobéra mit dem Amadeus-Ensemble Wien in Schedls malerisch-expressiven, diffrenzierten Gefühlseruptionen Schwelgt. Anna Maria Pammer beherrscht als lebenshungrige Julie auch den herablassenden Tonfall der höheren Töchte. (...) Wenn Eröd hoch liegende Lyrismen liederhaft schlicht ausbreitet und andernorts seinen Bariton kernig einsetzt, macht diese Spannweite die Figur nur interessanter. 

Der Presse, Walter Weidringer

An den Übergängen zwischen realistischer Interaktion und deren Sakralisierung durhc den Chor kommt es so zu spannungsreichen musikalischen Vermischungen, vom Amadeus-Enseble unter der Leitung von Walter Kobéra kongenial interpretiert.

Wiener Zeitung, Lena Drazic